Lehmann´s Tagebuch
Dezember 2025

Am 2.12. verließ die Chefin unsere Hütte und kam nicht wieder. Plötzlich waren wir nur noch zu zweit. Ich habe ganz oft und ganz lange am Fenster gestanden und auf sie gewartet. Der Chef hat davon sogar ein Foto gemacht. Sie kam erst ganz spät am 3.12. wieder zu uns. Sie musste auf eine total langweilige Tagung. Keine Ahnung was eine Tagung ist, zumal sie über Nacht blieb. Die Menschen muss man nicht immer verstehen. Als sie dann endlich wieder zu Hause war freute sie sich so sehr mich zu sehen und ich mich sowieso. Wäre sie mal besser bei mir geblieben, zu Hause ist es immer am Schönsten.

Während ihrer Abwesenheit habe ich mal mein Reich durchsucht und ein kleines weißes Teilchen gefunden…ich liebe alles was weiß ist: Tempos, Kassenbons, Fahrbahnmarkierungen.. und dieses Ding konnte ich so schön zerkauen.. bis der Chef hellhörig wurde, pah da hab ich es ausgespuckt.. bitte schön, war eh geschmacklos..

[Hier spricht der Chef]
Ich habe den Apple Pencil-Adapter sorglos auf dem Wohnzimmertisch liegen lassen. Normalerweise ist das kein Problem, aber Hr. Lehmann hatte dank der Abwesenheit der Chefin einfach zu viel Langeweile. Beweisfoto siehe unten..

Kaum war die Chefin wieder daheim wurde es auch schon in der Wohnung immer bunter – Weihnachtsdeko sagt die Chefin. Überall waren nun Lichter und sogar vor der Haustür stand plötzlich so’n weißer Kamerad… auch beim Spazierengehen entdeckte ich immer neue Dinge, die ich erstmal kritisch beäugen musste.

[Hier spricht die Chefin]
Besonders größere Weihnachtsfiguren machen Lehmann neugierig und er knurrt auch mal einen Schneemann oder einen Elch aus Reisig an..

Am 9.12. machten wir einen Abendspaziergang, das war richtig spannend denn nicht überall waren die Wege beleuchtet. Damit man mich aber trotzdem sehen konnte (schwarzer Hund bei Nacht) habe ich ein leuchtendes Band um meinen Hals bekommen. Ich dachte ja, dass mich nix mehr schöner machen kann. Aber die Chefin hat immer noch einen Trumpf in der Hinterhand. Jetzt sah ich noch einen ticken schicker aus.

Am 21.Dezember haben wir mal eine neue Route beim Spazierweg ausprobiert. Dabei haben wir das Kommando „Stopp“ toll geübt. An den Ampeln habe ich das ganz gut gemacht. Dann ging der Weg blöd an einer Straße entlang: so viele Autos. Tja und dann ist die Chefin gestolpert und hingefallen, ich habe mich total erschreckt und sie rief nur „Lehmann hier“. Da bin ich aber auch ganz dicht neben ihr geblieben bis sie wieder aufgestanden ist. Den Rest des Weges sind wir langsam gegangen und zu Hause wurde ich doll gelobt, weil ich so gut gehört hab. 😊

22.12. Simone und Mario kamen zu Besuch, ohne Mama und Schwesterchen Gretel ;-(  Schade, aber dafür hatte ich die Beiden ganz für mich alleine und konnte mir maximale Streicheleinheiten abholen. Das sind ja die Menschen, die ich am längsten kenne…und ich mag sie.

24.12. Conni war da und den ganzen Tag wurde in der Küche gebrutzelt — es roch total lecker aber ich bekam nix davon ab. Abends saßen meine Menschen in der Kota und aßen Fisch — wieder Nix für mich.. und das sollte jetzt das tolle Weihnachten sein? Beim Weihnachtsbesuch einen Tag später bei den Oldies wurde ich aber mit viel Extra-Futter im Kong belohnt – na endlich!

Am 28.12. haben wir nur einen Mini Spaziergang gemacht — so kurz wie in der Welpenzeit … es war saukalt und überall rutschig. Nicht nur auf der Straße, sogar auch auf Kieswegen. An manchen Stellen konnte ich meine 4 Pfoten gar nicht richtig kontrollieren und auch die Chefin ging sehr vorsichtig. Sie hat ja noch ein total blaues Knie vom Sturz vor einer Woche. Wir haben ganz schnell den Rückweg angetreten und sind langsam und heile wieder zu Hause angekommen…

Insgesamt war der Dezember eher stressig: drinnen war es oft zu warm, da glühte der Kaminofen… ich musste immer wieder mal raus auf die Terrasse zum Abkühlen.. aber leider stand mir die Tür nicht einfach auf wie im Sommer, also musste ich immer wieder bellen damit meine Menschen mich raus und wieder rein lassen konnten.

Außerdem wurde es erst spät hell und nachmittags schon früh dunkel… da machte mir das Stöbern im Garten viel weniger Spaß und auch meine Menschen waren lieber drinnen. Na hoffentlich wird das bald wieder besser. Ich hoffe auf einen Dezember mit viel Schnee. So ein Meter hoch. Ich habe das zwar noch nie gesehen, aber mein Bernergefühl sagt mir, dass das was für mich ist. Es gibt also noch viel zu erleben…

Dann war da noch Silvester. Meine Menschen waren so lange auf wie noch nie. Ich bekam reichlich Kuscheleinheiten und durfte nicht so viel raus wie sonst. Draußen war es anders als sonst. Es knallte und böllerte den ganzen Tag irgendwo und als es dunkel war knallte, zischte und pfiff es noch mehr und der Himmel war so bunt wie noch nie. Boah, das war aufregend… Aber ich durfte nicht raus. Ich habe so sehr gebettelt. Erst ganz spät, als die Knallerei fast zu Ende war durfte ich mal nach „dem Rechten“ sehen. Was soll ich sagen: Ich fand es unspektakulär. Keine Ahnung warum die Menschen das so besonders finden.
Nach der Grundstücksinspektion habe mich zum Pennen auf meinen Donut gelegt und mich auf das Jahr 2026 gefreut.

[Hier spricht der Chef]
Obwohl das Silvesterfeuerwerk kalendarisch schon in das Jahr 2026 gehört möchte ich hier erwähnen, dass Herr Lehmann völlig unbeeindruckt vom Zünden der Kracher und Raketen geblieben ist. Während ich mich so manches Male erschrocken habe, wenn irgendwann zwischen 19 und 23 Uhr Jugendliche bei Ihren „Nachtwanderungen“ Kanonenschläge vor unserer Haustüre zündeten blieb Herr Lehmann absolut gelassen. Nicht nur das: Viele Hunde drehen bei der Silvesterknallerei zum Jahreswechsel total frei und verstecken sich unter Schränken, Tische und Stühle. Nicht so Herr Lehmann. Der wollte unbedingt raus und sich dem Krach vor Ort annehmen. Wir haben ihn dann gegen 0:30 Uhr tatsächlich erlöst und rausgelassen. Das Knallen war ihm völlig egal, er wollte nur etwas mit uns spielen…
In der Neujahrsnacht hat er es dann doch geschafft in unser Schlafzimmer einzudringen. Wir haben wahrscheinlich die Tür nicht richtig geschlossen. Er stolzierte erst über uns drüber und legte sich dann in die Besucherritze. Wir waren zu müde um uns zu wehren. Irgendwann muss es ihm zu warm geworden sein und er legte sich vor das Bett und schlief ein…
Ich habe immer gesagt: Mein Hund hat in meinem Bett nichts zu suchen. Nachdem er schon die Couch erobert hat ist dies jetzt sein „letzter Sieg“ über meine Richtlinien. Aus dem Jahr 2025 geht Herr Lehmann eindeutig als Sieger hervor…es sei ihm gegönnt.